Studentenverbindungen der Universitäten werden von Studenten und Alumni einer Hochschule betrieben und gepflegt. Interessant ist, dass in Deutschland weniger als 1% der Studenten Teil einer Studentenverbindung sind, viel weniger als zum Beispiel in den USA. Sie sind entweder für Männer, Frauen oder beide Geschlechter offen, außerdem wird zwischen Verbindungen die ‘schlagend’ oder ‘nichtschlagend’ sind unterschieden. Das hat mit der Tradition des studentischen Fechtens zu tun. “Pflichtschlagend” bedeutet, dass der Verband eine bestimmte Anzahl an Mensuren (Fechtkämpfe) von jedem Mitglied verlangt. “Fakultativ schlagend” bedeutet, dass der Verband das Fechten seinen Mitgliedern freistellt. Und “Nichtschlagend” bedeutet, dass der Verband das Mensurfechten ablehnt.

Offiziell gibt es in Deutschland rund 1000 Studentenverbindungen, die von 30 Korporationsverbänden organisiert werden. Vor allem die Traditionen wie Convent (Zusammenkunft) und der Lebensbund (Zeremonie des Eintritts) sind wichtig. Seit den 70er Jahren haben Studentenverbindungen einen eher schlechten Ruf, da liberale Studenten nicht mit den konservativen und oft elitären Einstellungen der Verbände einverstanden waren. Die Studenten, die allerdings Mitglied in einer Verbindung sind, sind generell zufrieden mit den Aktivitäten und dem Tagesablauf, sowie Freundschaften und Kontakten, die während dieser Zeit entstehen. Die Mitglieder schwören lebenslange Verbindungszugehörigkeit und generelle Verbundenheit.

In der Regel gibt es für jedes neue Mitglied eine Probezeit. Während dieser werden sie zum “Fuchs”, bestehen die ‘Prüfungen’ und werden dann auch Vollmitglieder und somit Burschen. Auch wenn die Studenten die Universität verlassen, die Verbindung verlassen sie nicht. Es wird verlangt, dass sie dem Verband die Unterstützung bieten, die sie selbst erhalten haben. Das kann in Form von Spenden, Beratungen oder Einladungen zu wichtigen Veranstaltungen sein, die in der beruflichen Zukunft von Studenten von Wichtigkeit sein können. Es gibt auch Verbindungen, die unter den Begriff Corps fallen – deren Mitglieder gelten als Corpsbrüder. Jeder männliche Student darf in einen Corps beitreten, egal welche Herkunft oder Religion er besitzt. Die Mitglieder tragen traditionell Couleur und das Corpsband.